Heute im Bärentheater: 3D-Stereo

Eine Kreuzblick-Stereo-Aufnahme von dem Meisterdetektiv Bärlock Holmes in action.

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Zum Anschauen bitte auf das Bild klicken, damit es größer wird.

Was ist ein Kreuzblick-Stereo-Bild?

Unser räumliches Sehvermögen ist der Tatsache geschuldet, daß wir zwei Augen haben. Das linke Auge sieht ein Objekt etwas mehr von links, das rechte Auge etwas mehr von rechts. Zwei unterschiedliche Perspektiven also, die von unserem Gehirn zu einem räumlichen Bild zusammengebastelt werden.

Das läßt sich mit einer Kamera nachbilden.

Machen wir also ein Foto von einem unbewegten Motiv. Dieses Foto gibt den Eindruck des linken Auges wieder. Anschließend verschieben wir die Kamera parallel nach rechts für ein zweites Foto. Verschiebeweite ist etwa unser Augenabstand. Das war´s schon.
Die beiden Bilder lassen wir nun von StereoPhotoMaker aufeinander abgleichen. Resultat sind zwei nebeneinanderliegende Bilder. Fertig.

Nun müssen wir es nur noch schaffen, mit dem linken Auge nur das linke Bild und mit dem rechten Auge nur das rechte Bild anzuschauen und das gleichzeitig. Dazu müssen wir versuchen, durch das fertige Stereobild hindurchzuschauen, ohne uns darauf zu fixieren. Die Augen bleiben weit in die Ferne gerichtet, die Blicke sind dadurch parallel. Nun nur noch scharfstellen auf das Stereobild ohne die parallele Blickrichtung der Augen zu verändern, dann sehen wir ein Stereobild.

Das ist gar nicht so einfach. Meine Augen weigern sich regelmäßig, die Blickrichtungen parallel zu lassen. Unwillkürlich fokussieren sie auf einen Punkt des Stereobildes, die parallele Blickrichtung der Augen geht verloren und der schöne Stereo-Effekt ist beim Teufel. Ich bin zu doof für diese Methode des Parallelblick-Stereo-Bildes.

Glücklicherweise gibt es noch eine andere Methode, die Kreuzblick-Methode.

Voraussetzung ist, daß wir der Software (StereoPhotoMaker) sagen, das sie das für das linke Auge bestimmte Bild nach rechts projezieren soll. Und das für das rechte Auge bestimmte Bild soll links im Stereobild erscheinen.

Nun müssen wir wieder Augenakrobatik treiben. Wir müssen ganz bewusst schielen. Wir müssen mit dem rechten Auge das linke Bild anschauen und mit dem linken Auge das rechte Bild. Dadurch kreuzen sich die Blickrichtungen der Augen irgendwo vor dem Stereobild. Deshalb auch der Name Kreuzblick-Stereo.

Nun, ganz so einfach ist das Schielen nicht. Ich hab eine gute halbe Stunde gebraucht, bis ich das erste Mal damit Erfolg hatte. Meine Methode:

Gemütlich vor den Bildschirm setzen und das Stereobild anschauen. Man sieht die beiden Aufnahmen nebeneinander liegen. Links, das ist die Aufnahme für das rechte Auge und rechts die fürs linke.

Nun halte ich meinen Daumen in Armeslänge vor den Bildschirm und fixiere meinen Blick auf den Daumen. Den Daumen bewege ich langsam an meine Nase heran, den Blick immer auf die Daumenspitze fokussiert. Im Hintergrund wird man in den Mitte zwischen den beiden Bildern ein virtuelles drittes Bild entstehen fühlen. Ich schreibe fühlen, denn wir sollen es noch nicht ansehen. Der Blick bleibt weiterhin auf den Daumen gerichtet, der sich immer mehr meiner Nase nähert.

Und je näher der Daumen an die Nase herankommt, umso heftiger schiele ich. Nun kann ich versuchen, in dieses dritte Bild, das in der Mitte entstanden ist, einzutauchen. Dazu nehme ich ganz langsam den Daumen nach unten aus dem Blickfeld. Und mit etwas Glück, bleibt das Schielen erhalten und ein räumliches Bild ist entstanden.

Wie ich schon gesagt habe braucht man die ersten paar Male Geduld, um den Effekt zu erreichen. Mit etwas Übung geht es dann leichter. ich kann heute, auch wenn ich lange Zeit keine Kreuzblick-Stereo-Bilder mehr angeschaut habe, innerhalb von zwei Sekunden in das virtuelle Bild eintauchen. Und einmal drin, bleib ich drin.

Übrigens: Keine Angst. Das Schielen bleibt nicht. Wenn du die Augen schließt, ist das wie ein Reset und man kann wieder geradeaus gucken.

So, und nun wünsche ich viel Spass und viel Geduld beim Schielen lernen.

Edgar

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