Das Objektiv taut zu

Gestern war die Nacht klar und ich hatte berechtigte Hoffnung, endlich das neue Sternenpano fotografieren zu können. Also Das 8mm Fisheye (Sigma) an die EOS6D geschraubt, Intervalometer in der Kamera (MagicLantern) vorprogrammiert, Fotostativ gesucht und los ging es.

Ich nahm das Fahrrad und fuhr hinunter in Richtung Main-Donau-Kanal an den Ort, an dem ich schon die anderen Sternenpanos aufgenommen hatte. Der Platz ist relativ nah an der Stadt. Kein Problem nach 1 Uhr, wenn die Straßenlaternen ausgeschaltet haben. Da ich aber mit Nebel rechnete, fuhr ich schon gegen 23 Uhr los und mußte feststellen, daß es dort nicht klappen konnte mit dem Fotografieren. Zu hell leuchteten die Laternen und die Stadt lag im Süden, gerade in der Richtung also, der mein Hauptaugenmerk galt.

Weiter ging´s auf dem Fahrrad auf die andere Seite der Stadt, an meiner Arbeit vorbei einen langen Anstieg hinauf. Dort oben fand ich einen geeigneten Aufnahmeort. Der war zwar mitten in einer Straßenbaustelle, so daß die roten Blinklichter mit auf den Bildern sein würden. Die störten mich aber nicht, ebenso wenig, wie die Hochspannungsleitungen, die an dieser Stelle an der Straße lang liefen. Die Baustelle wurde erst eingerichtet, war aber schon abgesperrt, so daß ich auch nicht mit Verkehr rechnen mußte.

ich sprang über einen Entwässerungsgraben und stellte das Stativ in Wiese so auf, daß die Hochspannung am wenigsten stören würde. Los ging´s mit dem Pano. Acht Aufnahmepositionen, jede gegenüber der vorigen um 45° versetzt. An jeder Polition 10 Fotos mit je 30 Sekunden Belichtungszeit. Danach noch 10 darkframes und alles war im Kasten. Hatte klasse geklappt.

Ich schwang mich wieder in den Fahrradsattel und fuhr nach Hause durch die nachtschlafene Stadt. Obwohl ganz so nachtschlafen war es doch nicht, eine Stunde nach Halloween, war doch noch einiges los.

Zu Hause machte ich mir eine Flasche Wein auf und lud die Bilder auf den PC. Das erste Bild, das ich ansah, lies Gutes erahnen. Genau so, wie ich es brauchte. Und da kein Nebel gewesen war, sollte die Qualität der restlichen 79 Bilder auch ähnlich gut sein. Ich scrollte durch die Aufnahmen.

Ich mußte einsehen, daß ich mich getäuscht hatte. Die ganze Aufnahmesession war für die Katz. Mit jedem neuen Foto, das ich ansah, wurde die Bildqualität schlechter und verwaschener. Das Objektiv war in kurzer Zeit zugetaut und ich hatte es nicht bemerkt, ja nicht einmal damit gerechnet, daß dies in einer Dreiviertelstunde passieren konnte.

Also, wieder nichts mit dem neuen Pano. Es ist zum Verzweifeln!

Ich hab von den Bildenr ein kurzes Video gemacht und die Aufnahmedaten und die Zeitstempel mit reinkopiert. Da sieht man gut, was passiert ist:

Edgar

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4 Gedanken zu „Das Objektiv taut zu

  1. da gibt’s die klassische Lösung, nen kleinen alten 5V-PC-Lüfter von schräg unten oder seitlich aufs Objektivglas blasen zu lassen. Drei Batterien zusammenknoten, Lüfter dranpappen, schräg fürs Objektiv stellen oder hängen, fertig. Läuft mit den Batterien stundenlang, kann man in 5 Minuten mit Büroklammern und Sekundenkleber selber basteln und nix taut mehr zu.

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  2. Im Garten hab ich für all meine Optiken Heizmanschetten gebastelt. Unterwegs hab ich mir gedacht: ob man nicht einen dieser Verbände nehmen könnte, die man bei Kreuzschmerzen auf den Rückken klebt? Aber da mag die Lösung von Hr. Mich mit Hund etwas seriöser sein 🙂

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  3. Ich hab mir jetzt Widerstandsdraht bestellt. Daraus werd ich mir ein paar Heizmanschetten klöppeln 🙂 Einen Lüfter hab ich leider keinen mehr rumliegen. Werd ich aber später mal ausprobieren, wenn ich mir einen organisiert hab. Und das mit den ABC-Pflastern werd ich bleiben lassen. Geht auf die Dauer ins Geld 🙂

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