Die Heiligen Drei Könige

„Folgt dem hellen Stern“, so hieß es, „und ihr werdet den Sohn Gottes finden“

Der Astronom unter den Dreien packte sein Teleskop aus und durchmusterte den Himmel. Die Sterne sahen aus wie immer. Keiner war heller als sonst.

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Dennoch beschlossen die Drei, nach Jerusalem aufzubrechen. Sie würden die Stadt schon finden, auch ohne Navigationsstern. In Bethlehem, einen Steinwurf südlich von Jerusalem gelegen, war angeblich das Kind schon geboren: Der Sohn Gottes, ein König, mächtiger als alle anderen Könige der Welt.

Die Drei kamen aus einem fernen Land, irgendwo im Osten. Sie waren losgezogen, als man ihnen von dem hellen Stern erzählte, der ihr Wegweiser sein sollte. Doch unglücklicherweise war er nirgends zu sehen, dieser Stern. So hatten sie sich verlaufen und fanden sich in einer steinigen Wüste im fernen Libyen wieder.

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Die Heiligen Drei Könige, wie die Männer gerufen wurden, beschlossen, eine Pause zu machen. Erschöpft legten sie sich in den warmen Sand und bald waren sie eingeschlafen.

Sie wachten von dem Rascheln eines Skorpions auf, der sich unter einen Stein verkroch, vielleicht um der Hitze des anstehenden Wüstentages zu entkommen. Verschlafen rieben sie sich die Augen und steckten sich genussvoll. Was würde der neue Tag bringen? Würden sie den richtigen Weg heraus an dieser Einöde finden?

Im Osten, nicht weit über dem Horizont war ein Stern aufgegangen. Einen solchen Stern hatte die Drei vorher noch nie gesehen. Er leuchtete einladend und schien mit seinem langen Schweif zu winken. Sie beschlossen, dem Schweifstern zu folgen.

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Sie trieben die Kamele an und marschierten zurück, auf dem gleichen Weg, auf dem sie gekommen waren. Sand, Steine, Sonne, Wind, sie marschierten durch die Endlosigkeit der Sahara. Es war heiß und die Drei waren froh, als sie die Wüste hinter sich lassen konnten. Sie erinneren sich, daß sie sich an einem großen See uneinig gewesen waren über den weiteren Weg. Sie hatten sich falsch entschieden und waren in der Sahara gelandet. Nun erkannten sie ihren Fehler. Hier am Roten Meer hätte sie nach Norden abbiegen müssen.

Der Schweif es Sterns war verschwunden und er war heller geworden, viel heller. Und er stand nun im Norden, der Richtung, die sie vor ein paar Tagen hätten einschlagen müssen.

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Diesmal stimmte die Richtung. Die Heiligen Drei Könige, die man manchmal auch die Weisen aus dem Morgenland nannte, spürten, daß die bald am Ziel sein würden. In der Ferne sahen sie schon die Mauern von Jerusalem und davor das kleine Dorf Bethlehem.

In Bethlehem herrschte eine eigenartige Stimmung. Die Einwohner waren zusammengekommen und blickten zögernd auf einen alten Stall. In dem Stall stand eine Futterkrippe und in der Krippe lag ein kleines Kind. Das Kind wurde angestrahlt von dem hellen Stern, der die Drei Könige hierhergeführt hatte. Der Stern hatte sich wieder in einen Schweifstern verwandelt, so als wollte er sagen: „Wir sind angekommen“.

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Die Heiligen Drei Könige blieben stehen und betrachteten lange das friedvolle Bild, das sich ihnen bot: In der Krippe das Kind, flankiert von einem Ochsen, einem Esel und ein paar Schafen. Daneben standen Mutter und Vater des Kindes.

Das war er also, der künftige König. Das war er, der Sohn Gottes.

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