„I have loved the stars too truly to be fearful of the night“

(Zitat: Sarah Williams, Twilight hours: The old astronomer)

Von Zeit zu Zeit bewaffne ich mich mit meiner Taschenlampe, packe Kamera und Fotostativ ein und mache mich auf den Weg, auf den Weg hinunter zum Main Donau Kanal. Dort gibt es eine Ecke, wo man wunderbar die Sterne beobachten und fotografieren kann, nachdem die Staßenlaternen der Stadt ausgeschaltet worden sind.

Dann ist es dunkel dort. Oftmals zieht vom nahen Wäldchen eine bodennahe Dunstwand heran. Unheimlich!

Dort hinten bewegt sich etwas! Das Herz klopft lauter und der Atem geht schneller. Entwarnung, es waren nur die Blätter im Wind. Im Gebüsch knackst ein Zweig! Die Nacht verstärkt das Geräusch. Es hört sich gefährlich an, so als würde sich ein Raubtier anschleichen. Erleichterung. Es war ein verspäteter Rabe.

Die Nacht kann laut sein, auch wenn sie still ist!

Vor ein paar Tagen ging ich wieder raus, mitten in der Nacht. Die Lichter der Stadt waren erloschen und ich stieg die paar Meter hinauf zu meinem Kakteenhügel. Dort baue ich ich in der Regel das Teleskop auf, um den Mond und die Planeten zu fotografieren. Diesmal wollte ich nur die Sterne anschauen, einfach so, ohne optische Hilfsmittel.

Ich holte einen Gartenstuhl und setzte mich vor das Tomatenhäuschen, das neben dem Kakteenhügel gelegen ist. Es war ruhig um diese Zeit. Keine Menschenseele war zu sehen und auch die Vögel schienen schon alle schlafen gegangen zu sein. Dennoch hatte ich das Gefühl, daß man mich beobachtet.

Irgendetwas war anders als sonst. Ich mußte im Unterwustsein etwas gesehen haben, eine Gefahr vielleicht? Die Gefahr kam von hinten, dessen war ich mir sicher. Der Rücken kribbelte unangenehm, als ich mich langsam umdrehte. Und da sah ich es: Ein Gesicht mit einer dicken Nase drin. Groß die Nase, klein das Gesicht! Ein Kobold! Schnell weg hier!!!

Ein zweiter Blick in das Tomatenhaus wirkte wie ein natürlicher Blutdrucksenker. Das grausliche rote Gesicht war eine Tomate.

Als ich mich wieder in den Gartenstuhl setzte, mußte ich an die Verszeile von Sarah Williams denken, die ich als Überschrift für diesen Bericht gewählt habe:

„Ich liebe die Sterne zu sehr, um die Nacht zu fürchten…“

Fehlt noch ein Foto des Tomatengesichts. Hier ist es. Sterne habe ich in dieser Nacht übrigens nicht mehr viele beobachten können. Das Mondlicht war zu hell…

Koboldgesicht

Edgar

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