Orion (Sternbild)

Sternbild Orion

Bezeichnungen
Sternbild Orion:    Lat.: Orion    Gen.: Orionis    Kürzel: Ori
Günstigste Beobachtungsmonate
Orion:    1 2 3    12
Sternenkarte
Sternbild Orion
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Beschreibung

Sternbild Orion

Wenn man an einem kalten Winterabend rausgeht und einen Blick in den nächtlichen Himmel wagt, so wird einem eine besondere Konstellation von Sternen fast sofort ins Auge fallen.

Diese Sterne malen eines der schönsten Sternbilder in den Himmel, das es überhaupt gibt:

Das Sternbild Orion.

Schaun wir uns dieses Sternbild etwas genauer an, es lohnt sich….

Sternbild Orion Details
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Es braucht keine Orientierungshilfe, um das Sternbild Orion zu finden. Es fällt auf, sobald es über den Horizont gestiegen ist. Und es ist einzigartig in seiner Form, die von vielen hellen Sternen gezeichnet wird.

Drei nahe beieinander stehende Sterne bilden den Gürtel von Orion, an dem das Schwert des Jägers hängt.

Dieses Schwert wird unterhalb des Gürtels durch drei Sterne dargestellt. Und der mittlere dieser drei  Sterne ist etwas ganz besonderes. Wobei ich zugeben muß, daß dieser besondere Stern gar kein Stern ist, sondern ein Nebel. Es ist der berühmte Orionnebel.

Den Kopf des Jägers bzw. die tief ins Gesicht gezogene Kopfbedeckung hab ich dreieckig gemalt. Und das hat einen ganz bestimmten Grund:

So eine dreieckige Zipfelmütze hat einen großen Vorteil. Sie ist warm. Je größer der Bommel an der Spitze ist, um so wärmer ist die Zipfelmütze. Wenn ihr mir das nicht glaubt, dann probiert es einfach selber mal aus.

Deswegen habe ich den meisten der am Nachthimmel handelnden Protagonisten dreieckige Zipfelmützen gemalt. Sie sollen nicht frieren.

Und einen kleinen Nebeneffekt haben diese Zipfelmützen auch noch. Sie fallen ins Auge. Wenn ich am Sternenhimmel ein Dreieck sehen, dann ist das entweder das Sternbild Dreieck oder es ist die Zipfelmütze eines meine Akteure. Der Erkennungswert ist hoch für mich. Und darauf kommt es mir an: Das Erkennen der Sternbilder.

Ich hab dem Jäger Orion übrigens noch eine Keule und einen Schild verpasst. Diese Utensilien sind zwar nicht so sehr auffällig, aber ein anständiger Jäger braucht so etwas (sofern er Orion heißt).

Die Geschichte

Der Jäger Orion

Orion war ein Bär von einem Mann: Groß, stark, verwegen und mutig. Er liebte es, auf die Jagd zu gehen. Und er hatte das Glück, sein Hobby zu seinem Beruf machen zu können: Er wurde Jäger.

Ruhelos  durchstreifte er die dichten Wälder seiner Heimat, immer auf der Suche nach  Beute. Dabei hielt er sich aber nicht an die ungeschriebenen Regeln der Jäger, den Wildbestand durch gezielte Eingriffe zu festigen. Nein, Orion war wie besessen. Sobald sich etwas im Wald bewegte, bekam es eins übergebraten mit seiner Keule. Er tötete die Tiere aus Vergnügen.

Artemis, die Göttin der Jagd, sah dem wilden Treiben von Orion mit Unbehagen zu. Sie fürchtete um den Tierbestand ihres Waldes und sann nach einer Methode, Orion zu bremsen. Aber egal, was sie auch tat, sie hatte keinen Erfolg. Orion wütete weiter und tötete ein Tier nach dem anderen.

Artemis war der Verzweiflung nahe. Was sollte sie denn noch versuchen. Orion erwies sich als resistent gegen all ihre Beeinflussungsversuche. Die Göttin erkannte, daß sie machtlos war. Es blieb ihr nur noch eine Möglichkeit. Sie mußte Orion beseitigen, bevor Orion alle Tiere beseitigt hatte.

Artemis blickte sich suchend um. Sie würde das „Werkzeug“ für ihr Vorhaben schon finden. Es gab schließlich genügend große Steine hier in der Gegend. Vorsichtig hob sie Stein um Stein auf, immer bereit, sofort zurückzuspringen. Denn das „Werkzeug“, das sie suchte, verbarg sich gerne unter Steinen. Und es hatte einen furchterregend großen Stachel.

Unter einem Felsbrocken, der von einem Gewitterregen unterspült worden war, wurde die Göttin fündig. Da saß er, der große giftige Skorpion. Artemis zwang dem Skorpion ihren Willen auf.

So saß er denn da, der Skorpion und wartete auf Beute. Der Skorpion wartete auf Orion.

Der Felsbrocken, unter dem der Skorpion lauerte, lag am Waldrand, ganz in der Nähe des Flusses Eridanus. Orion war auf dem Weg dorthin.

Der Jäger hatte einen Hirsch gesehen, dessen prachtvolles Geweih er unbedingt haben wollte. An der Wand seiner Schlafstube war noch ein Eckchen frei. Dort wollte er das Hirschgeweih aufhängen.

Orion wälzte durch den Wald wie ein Panzer. Es knackte nur so im Unterholz. Der Jäger war schnell, so schnell, daß er dem Hirsch immer näher kam. Dort vorne am Fluß, so schätzte er, würde er das Tier eingeholt haben. Er beschleunigte nochmal.

Die Jagdgehilfen von Orion waren zwei Hunde. Der Jäger hatte inzwischen eine so hohe Geschwindigkeit erreicht, daß seine Hunde ihm nicht mehr folgen konnten. Die Hunde fielen mehr und mehr zurück und verloren ihr Herrchen schließlich ganz aus den Augen. Sie suchten sich andere Ziele.

Sirius, der große Hund, hatte einen Hasen gewittert, der sich ängstlich ins Gras duckte. Mit weiten Sprüngen näherte er sich dem Tier, das aufsprang, als es sich entdeckt sah. Der Hase floh in unberechenbaren Zickzack-Sprüngen.

Der kleine Hund wurde Prokyon gerufen. Auch wenn er klein war, sein Mut war riesengroß. Der kleine Hund setzte einem Einhorn hinterher, das er auf einer Lichtung stehend gesehen hatte. Das Einhorn ergriff die Flucht, als es den kleinen Kläffer auf sich zukommen sah. „Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste“, dachte es bei sich und verschwand im Wald.

Orion war inzwischen fast am Ufer des Flusses Eridanus angelangt. Dort sah er einen großen Felsen, den er als Sprungbrett verwenden wollte. Soeben war der Hirsch über den Felsen gesprungen. Aber der Jäger war dem Tier dicht auf den Fersen.

Wer weiß, ob die Geschichte anders verlaufen wäre, wenn Orion seine beiden Jagdhunde noch bei sich gehabt hätte. Vielleicht hätten sie ihn vor dem Unheil warnen können, das sich nun anbahnte.

Orion setzte seinen Fuß auf den Felsen für den letzten Sprung. Mit diesem Sprung würde er den Hirsch erreichen. Die Keule hatte er schon hoch über seinen Kopf erhoben, den Arm mit dem Schild weit vorgestreckt, um nochmal Schwung zu holen.

„Gleich hab ich dich“, grinste der Jäger, als er einen scharfen Schmerz in seinem Fuß verspürte. Er blickte nach unten und sah einen Skorpion, der sich anschickte, mit seinem stachelbewehrten Schwanz ein zweites Mal zuzustechen. Orion erbleichte. Er war wie perplex und bleib einfach stehen. Er sah, wie der Giftstachel tief in das Fleisch seinen Fußes eindrang, immer und immer wieder.

Der Stich eines Skorpions ist in der Regel nicht besonders gefährlich, es sein denn, man ist allergisch gegen das Gift. Er tut nur höllisch weh. Orion war allergisch gegen dieses Gift. Und Artemis hatte das gewusst. Nicht umsonst hatte die Göttin einen Skorpion ausgewählt als tödliches Werkzeug gegen Orion.

Der Jäger war zusammengesunken und schrie vor Schmerzen. Sein Brustkorb presste sich zusammen und er bekam keine Luft mehr.

Orion starb.

 

Am Ufer des Flusses Eridanus, unweit der Stelle, an der der Hirsch ins Wasser geflüchtet war, saß ein alter Mann mit einem langen weißen Bart. Der Mann hob den Kopf, als er die Schmerzensschreie von Orion hörte. Die Schreie schienen von einem großen Felsen zu kommen, der hinter den Bäumen zu sehen war. Der Mann stand auf und ging in Richtung Felsen. Vielleicht konnte er helfen.

Asklepios, so hieß der alte Mann, hörte die Schreie leiser und leiser werden. Als er am Felsen ankam, waren sie verstummt. Der Tod war schneller gewesen. Asklepios fand Orion leblos auf dem Boden liegend und sah gerade noch, wie ein Skorpion unter dem Felsen verschwand. Alles war still. Nur das Rauschen des Windes in den Blättern der Bäume war zu vernehmen.

Asklepios, der manchmal auch Äskulap genannt wurde, war Arzt. Er war von dem Zentaur Cheiron in der Heilkunst unterwiesen worden und hatte diese Kunst perfektioniert. Alles, was er anfasste, gelang ihm. Er war zu einem Wunderheiler im besten Sinne des Wortes geworden. Ja, er konnte sogar Tote wieder zum Leben erwecken.

Äskulap suchte Holz und machte Feuer. Er füllte einen Topf mit Wasser und stellte ihn auf die Feuerstelle. Als das Wasser kochte, öffnete er sein Bündel und nahm ein paar Kräuter heraus. Es verbreitete sich ein angenehmer Duft, als er die Kräuter ins Wasser warf.

Äskulap füllte etwas von dem Kräutersud in einen Becher um und wartete, bis die Flüssigkeit abgekühlt war. Dann schüttete er den Inhalt des Bechers in den offenen Mund des toten Orion. Es dauerte nicht lange und er hörte den Jäger husten.

Äskulap hatte Orion wieder zum Leben erweckt.

 

Hades, der Gott der Unterwelt, beobachtete den Wunderheiler schon seit geraumer Zeit. Zu oft hatte er schon miterleben müssen, wie ihm Äskulap die Toten vor der Nase wegschnappte und heilte. Der Gott der Unterwelt bekam Schluckauf, wenn er nur an den Heiler dachte. Wenn das so weiter ging, würde der Nachschub für sein Reich der Toten bald versiegen. Denn überall, wo Äskulap auftauchte, gab es keine Toten mehr.

Hades fürchtete um sein Job als Chef der Unterwelt!

Zu dieser Zeit war die Erde in drei Herrschaftsbereiche aufgeteilt. Es waren drei Brüder, die sich diese Bereiche untereinander aufgeteilt hatten:

Hades hatte die Unterwelt übernommen. Er war der Herrscher über das Reich der Toten.
Poseidon, sein Bruder, beherrschte die Meere.
Und der dritte der Brüder, Zeus, war zuständig für die Lebenden und für den Himmel.

Hades bat seinen Bruder Zeus, dem Treiben von Äskulap ein Ende zu setzen.

Zeus war Hades noch einen Gefallen schuldig. Deshalb sagte er ihm seine Hilfe zu.

Zeus ging zum Küchenfenster, das in Richtung Erde zeigte. Er griff nach seinem Fernglas und hob es an die Augen. Dort unten saßen sie zusammen, Äskulap und der von den Toten auferstandene Orion.  „Das Problem wird gleich ein Problem gewesen sein“, brummelte Zeus in sich hinein. Er öffnete das Fenster, holte weit aus und schleuderte einen Blitz hinab. Der Wunderheiler war sofort tot.

Noch nicht ganz zufrieden, setzte Zeus zu einem Rundumschlag an. Er versetzte alles, was dort unten rumlag oder stand, als Sternbilder in den Himmel:

Ein Hase, sich ängstlich duckend
Ein Einhorn, sich vorsichtig umblickend
Ein kleiner Hund, bereit zum Sprung auf das Einhorn
Ein großer Hund, zum Hasen sprintend
Ein Skorpion, unter einen Felsen verschwindend
Ein Wunderheiler, eine Schlange in der Hand haltend
Und Orion, ein wilder Jäger

Äskulap als Sternbild Schlangenträger  und das Sternbild Skorpion bekamen einen Ort am Himmel entgegengesetzt der Stelle, an dem das Sternbild Orion erschien. „So kommen sich diese drei Chaoten nie mehr in die Quere“, dachte Zeus zufrieden, „und ich hab meine Ruhe“

Zeus schloss das Fenster, zufrieden mit sich und der Welt. Langsam schlenderte er zurück ins Wohnzimmer, zog die Pantoffeln aus und machte es sich in seinem alten Ohrensessel bequem. Er griff nach der Fernbedienung, die auf dem Tischchen neben ihm lag und schaltete den Fernseher ein.

Zeus freute sich schon auf die Komödie, die im Himmelsfernsehen angekündigt war. Ein paar Werbespots noch, dann würde er beginnen, der Film. Er machte sich eine Flasche Bier auf und nahm einen kräftigen Schluck. Dann lehnte er sich zurück und wartete darauf, daß der Film begann:

Der Film eines gewisses Shakespeare mit dem Titel „Ein Sommernachtstraum“

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