Stier (Sternbild)

Sternbild Stier

Bezeichnungen
Sternbild Stier:    Lat.:  Taurus    Gen.: Tauri    Kürzel:    Tau
Günstigste Beobachtungsmonate
Stier:    1 2 3    12
Sternenkarte
Sternbild Stier Sternbild
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Beschreibung

Sternbild Stier

Das Sternbild Stier ist nicht sehr schwer zu entdecken, wenn es denn mal am Nachthimmel erscheint. Man muß nur die Plejaden suchen.

Wenn ich in der Nacht den Himmel beobachte, sehe ich Planeten und Sterne dort droben um die Wette funkeln. Bei den Plejaden hab ich immer das Bedürfnis, meine Brille putzen zu müssen. Sie wirken verwaschen auf mich und dennoch voller Sterne.

Sternbild Stier Details
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Der Stier liegt zwischen Orion und dem Fuhrmann, beides gut erkennbare Sternbilder.

Der Kopf des Stiers wird vom Dreieck der Hyaden gebildet. Links sieht man die beiden langen Hörner des stattlichen Tieres. Die linke Hand vom Stier wird von den Plejaden dargestellt.

Der Stier schwimmt gerade durch das Mittelmeer. außer Kopf, Hörnern und den Armen ist nicht viel zu sehen von dem Tier. Man kann aber den einwandfreien Kraulstil erahnen, mit dem der Stier die Wellen des Mittelmeers durchpflügt 🙂

Das Goldene Tor der Ekliptik

Zwischen den Plejaden und den Hyaden ist die Planetenautobahn, das goldene Tor der Ekliptik zu finden. Was genau es damit auf sich hat, hab ich hier beschrieben:
https://seescho.wordpress.com/das-goldene-tor-der-ekliptik/

Die Geschichte

Der Raub der Europa

Ihr werdet es kaum erraten, wer da in Gestalt des Stiers durch das Mittelmeer paddelt. Oder vielleicht doch?

Na logisch, es ist der alte Schwerenöter Zeus. Was er nur diesmal wieder angestellt hat, der Göttervater?

Ihr wißt ja vielleicht schon, daß Zeus gerne hinter den Frauen her war. Sein Motto war anscheinend: Nimm alles mit, was nicht bei 3 auf dem Baum ist. Und wenn das Mädel dann noch schön ist, na umso besser!

Seine Frau Hera hatte verständlicherweise etwas gegen diesen Lebenswandel ihres Gatten. Sie passte auf wie ein Schoßhund. Zeus hatte aber schon lange eine Strategie entwickelt, wie er den wachsamen Augen seiner Frau entkommen konnte. Immer dann, wenn er ein Liebesabenteuer suchte, verwandelte er sich in ein Tier. Und dabei war sein Einfallsreichtum so richtig groß.

Zeus fühlte es wieder einmal brennen in sich. Er brauchte ein Abenteuer, ein Liebesabenteuer. So verwandelte er sich in einen Stier.

Am Mittelmeerstrand, in einem Königreich mit dem Namen Phönizien weidete eine Herde Rinder. Zeus gesellte sich zu dieser Herde.

Unweit der Rinderherde spielte ein Mädchen mit ihren Freundinnen. Als sie den stattlichen Stier in der Herde sah, unterbrach sie ihr Spiel und kam näher. Groß und stark stand er vor ihr, dieser stattliche Stier und hob den Kopf. Sein Fell schimmerte weiß und die Hörner glänzten golden.

Das Mädchen streichelte den Stier über den Rücken. Sie band einige der Girlanden, mit denen sie eben noch gespielt hatte, um die Hörner  und versuchte, sich auf das Tier zu schwingen. Zeus ging in die Knie, um dem Mädchen zu helfen. Und das Mädchen quietschte vor Vergnügen, als es Erfolg hatte.

Zeus erhob sich und sah sich um. Keiner würde ihn nun noch dran hindern können, sein Vorhaben auszuführen. Auch nicht das Mädchen, das stolz auf seinem Rücken thronte.

Zeus galoppierte los und sprang ins Wasser. Mit weit ausholenden Bewegungen schwamm er kraftvoll hinaus ins offene Meer.

Das Mädchen konnte sich nur mühevoll festhalten. Sie schaffte es aber, nicht abgeworfen und damit verletzt zu werden. Panik war ihren Augen zu erkennen. Es war zu spät. Es hatte keinen Sinn mehr, dem wild gewordenen Tier entkommen zu wollen. Zu weit waren die beiden schon auf dem Meer.

Zeus war ein ausdauernder Schwimmer. Und das mußte er auch sein, denn der Weg war weit, den er sich ausgesucht hatte. Er wollte nach Kreta.

Die Sonne ging unter, als das Mädchen von einer gnädigen Ohnmacht erlöst wurde. Instinktiv hielt sie sich weiter fest auf dem Rücken des Stieres. Als das Tagesgestirn wieder aufging, hatten die beiden Zypern schon hinter sich. Immer weiter ging es, immer in Richtung Westen.

Die Sonne hatte sie schon längst überholt, als Kreta sich über den Horizont schob.

Das Mädchen schlief noch, als Zeus sie am Stand vom Kreta in den Sand legte. Er verwandelte sich zurück in einen Gott und verging sich an ihr.

Übrigens, ich bin euch noch den Namen des Mädchens schuldig:

Sie hieß Europa!

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