Widder (Sternbild)

Sternbild Widder

Bezeichnungen
Widder:   Lat: aries    Gen. arietis    Kürzel Ari
Günstigste Beobachtungsmonate
Widder:    9 10 11 12
Sternenkarte
Sternbild Widder Sternbild
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Beschreibung

Sternbild Widder

Es ist eine ganz schön feuchte Gegend, wo sich der Widder gerade befindet.

Er steht irgendwo am Strand des Schwarzen Meeres, nicht wissend, daß er geopfert werden soll. Weiter oben, am Strand von Äthiopien, liegt die Königstochter Andromeda angekettet. Auch sie soll geopfert werden. Der Walfisch, der in diesem Theaterstück die Rolle des wütenden Meerungeheuers übernommen hat, versucht zu Andromeda zu gelangen. Er wird aber durch die Fische daran gehindert, die sich wie ein Bollwerk gegen ihn stemmen. Und links im Mittelmeer paddelt gerade in Gestalt eines Stieres Zeus herum, der die schöne Europa entführt hat.

Ich hab mir das Ganze mal auf einer Karte angeschaut. Mir ist dabei nicht ganz klar, wie der Walfisch über die Dardanellen (den Hellespont) nach Äthiopien zu Andromeda gelangen will. Ist aber nicht mein Problem, sondern das des Walfisches 🙂

Der Widder ist ein schönes kleines Sternbild, das aber erstmal entdeckt sein will. Ist aber nicht schwer. Am besten hält man Ausschau nach Kassiopeia, sucht von dort aus Andromeda, dann das Dreieck und schon ist man beim Sternbild Widder.

Noch ein Detailbild gefällig? Bitteschön:

Sternbild Widder Details
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Die Geschichte

Phrixos und Helle

Die Grenze zwischen Europa und Asien…
Im Norden der Türkei verläuft diese Grenze von der Ägäis kommend durch die Dardanellen, das Marmarameer und den Bosporus hinein ins schwarze Meer.

Die Dardanellen, eine Meerenge, hatte früher einen anderen Namen. Davon erzählt die folgende Geschichte:

Einst lebte in Böotien, einem Land angrenzend an Attica, ein König. Sein Name war Athamas. Mit seiner ersten Frau hatte er zwei Kinder, Phrixos und Helle. Irgendwann ging diese Ehe auseinander und er heiratete wieder.

Und damit begann der Schlamassel.

Das Verhältnis der beiden Königskinder mit ihrer Stiefmutter war nicht gerade das Beste. Die Frau hasste die Kinder und trachtete danach, sie aus dem Weg zu schaffen. Sie sorgte dafür, daß ein Missernte über das Land kam. „Die Götter sind böse“, so sagte sie. „Ihr könnt die Götter nur wieder gnädig stimmen, indem ihr ihnen Phrixos als Opfer bringt“

Die Mutter von Phrixos und Helle  war mit dem Vorhaben der Stiefmutter ganz und gar nicht einverstanden. Als der Tag der Opferung gekommen war, startete sie einen Rettungsversuch. Sie hatte einen wundertätigen Widder organisiert, mit dem sie angerauscht kam. Ihre beiden Kinder sprangen auf den Rücken des Widders. Die Mutter gab dem Tier einen Klaps auf das Hinterteil und lies die Zügel los, an denen sie denn Widder hinter sich hergezogen hatte. Der Widder sprang in die Höhe, klappte in bester James Bond Art Flügel aus und verschwand mit Phrixos und Hella, ab in die Freiheit. Die Mutter winkte ihnen nach, bis sie hinter dem Horizont verschwunden waren.

Das Trio flog über eine Meerenge. Helle, neugierig, wie sie war, beugte sich weit vor, um das intensive Blau des Wassers zu bewundern. Als der Widder eine enge Kurve flog, konnte sie sich nicht mehr halten und rutschte vom Rücken des Tieres. Ihr Bruder versuchte, sie festzuhalten. Sein Griff ging aber ins Leere. Helle stürzte ab. Sie ertrank in den Fluten des Meeres.

Phrixos, der erkannte, daß er seiner Schwester nicht mehr helfen konnte, flog weiter. Erst am Schwarzen Meer machte er halt und gebot dem Widder zu landen.  Dort opferte er das Tier den Göttern. Sorgfältig zog er dem Tier sein sein goldenes Fell ab und gab es einem Drachen zur Aufbewahrung. Der Widder selbst wurde als Dank für seine Hilfe in den Sternenhimmel versetzt.

Der Drache übrigens war mit der Bewachung des Felles nicht sehr erfolgreich. Eines Tages kamen die Argonauten angesegelt und klauten dieses goldene Vlies.

So, jetzt wissen wir aber immer noch nicht, wie die Dardanellen früher hießen. Nunja, vielleicht ahnt ihr es ja schon. Und falls nicht, will ich das Rätsel nun auflösen.

Die Meerenge, in der Helle ertrunken war, war der Hellespont. (Pont: altgriechisch Meer)

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